Das große österreichische Songbook oder afoch weils kloar is!

Tausend Menschen sitzen im Saal und finden sich in Liedern und in ihrem Leben wieder - Kopfkino. Ein langes Intro, dann fällt der Groschen:
Das ist doch… genau, Romeo und Julia…
Jessas, wie die Zeit vergeht! Die Achzger-Joahr!


Roman ZANGERLE und Band. Fünf Mann hoch, alle keine Frischg‘fangten der heimischen Szene. ZANGERLE, der gefragte Top-Saxophonist, den seit Jahrzehnten die Leidenschaft zum Tun antreibt, hatte vor einigen Jahren die Handbremse reingeworfen.

Der eigentliche Beruf hat ihn gefordert, und überhaupt war es notwendig ein wenig Auszeit von der permanenten Bühnenpräsenz zu nehmen. "Man braucht das manchmal, diese zwei Schritte zurücktreten, den Blick wieder neu justieren", sagt er, denn immerhin war ja viel Zeit vergangen.

Über das Früher spricht er nicht gerne. "Für mich hat immer das gegolten, was kommen wird, weniger das was war", sagt ZANGERLE, aber wer weiter bohrt erfährt, dass der Niederösterreicher seit früher Jugend Musik macht.

Ein Talent, das sich selbst gar nicht entdecken lassen wollte, denn eigentlich wollte der Bub ja Tennis-Crack werden. Nur, Talent lässt sich nicht einfach so in sich selbst vergraben, vor allem nicht, wenn andere darauf aufmerksam werden und nicht lockerlassen. Musikschule, Blaskapelle..., alles nett nur halt so wenig Rock ’n’ Roll.

Einstieg bei der Band des Bruders. Die harte Schule. Volksfeste. Tanzabende. Sieben, acht Stunden auf der Bühne. Hitparade rauf und runter.
Auch dort wird sein Talent entdeckt. Er wird gefördert und gefordert, und immer öfter ist der Roman ZANGERLE samt seinem Sax im Land unterwegs.

Studiojobs, Soloauftritte als misterSAX, bei den Disco Killern spielt er für die Jazz Gitti. Wie auch immer. Er war sehr gut gebucht und es gab genug zu tun. Seinen Job im technischen Bereich hat er dabei nie aufgegeben.

Was es jedoch nicht gab, das war ein Bandprojekt, "welches auf drei Säulen aufbaut: Herz, Emotion und Sound", so ZANGERLE, der im Nachsatz damit alles auf einen einfachen Nenner bringt, wenn er sagt: "Der Zangerle spielt nur mehr das was ihm taugt!"
Dazu gibt es eigentlich nicht mehr viel zu fragen, außer: Was taugt dem Zangerle eigentlich?

Der Zangerle spielt nur mehr das was ihm taugt !
Besuch im eigenen Jam-Tonstudio in Wien. Das ist die Höhle, wo so vieles entsteht. Roman Zangerle, Dieter Kolbeck, Harald Meixner, Johannes Neunteufel und Richard Pistauer finden hier zusammen. Jammen, arrangieren, texten. Die Älteren und die Jüngeren geben einander Raum.

Hier diktiert niemand, vielmehr ist Symbiose angesagt. Der Punkt, wo sich die Kreativität in Ergebnisse bündelt, den nennt Roman ZANGERLE "Pop aus Österreich".

Man kann schon auch ‚Austropop‘ dazu sagen, aber Roman hat sich für seine Bezeichnung entschieden, denn im Grunde hat er insofern recht, als dass er und seine Truppe von einer Austropop-Coverband meilenweit entfernt sind.

Klar, es sind die großen Hits von Ambros, Fendrich, Danzer, Hirsch, also von damals bis heute, zu Seiler & Speer und und und …

Nur, so wie es da von der Bühne kommt und klingt, ist es wahrlich ein eigenes Erlebnis. Die Titel sind alle entsprechend verändert, anders arrangiert. Intros, Soli, Bridges, alles hat seine besondere Eigenart. Seinen eigenen Klang. Neu und doch vertraut. Stets überraschend und vor allem tief berührend.

Das große österreichische Songbook. Und zwar genau so, wie es sich der Roman ZANGERLE immer schon vorgestellt hat:
Mit Herz, Emotion und Sound.

Er hat sogar einen eigenen Namen dafür gefunden:
"Unser Erlebnisprogramm"

Bald drei Generationen sitzen im Publikum. Kein Wunder, ging doch der Austropop im Jahr 1970 so richtig los, und bis heute sind es somit über 50 Jahre, die ins Land gegangen sind. 50 Jahre, aus denen thematisch geschöpft werden kann.

Dazu die eigenen Songs, denn nicht nur in einer Zeit wie jetzt fliegen dem Roman ZANGERLE und seiner Band die Themen nahezu direkt ins Hirn. Eigene Songs, die sich nahtlos einfügen in dieses große österreichische Songbook. Mit all seinen Feinheiten, regionalen Eigenarten, mit all dem, was Österreich vom großen Nachbarn pop-kulturell unterscheidet.

Die Spracheigentümlichkeit als große Gemeinsamkeit. Seit bald vier Jahren ist die Band mit ihrem Erlebnisprogramm nun unterwegs.
Das Feedback aus dem Zuschauerraum ist gewaltig und jedes Konzert eine erneute Bestätigung dafür, dass nur das zählt, was von den Menschen zurückkommt. Motivation pur!

Und zwischen den Menschen im Publikum saß auch einmal Alexander Kahr. Produzent. Schöpfer zahlreicher Austro-Hits. Nach der Show stand Kahr vor Zangerle und am Ende trafen sich alle bei Alex im Studio wieder und sprachen über Songs und Produktionen.

Dann kam Corona!